E-Government

Definition

Warum eine Typolgie?

Für die Unterscheidung von E-Government Nutzertypen wurden die befragten Internetnutzer nach ihrem Interesse an E-Government sowie nach ihrer Einstellung zum Medium Internet kategorisiert. Dabei konnten fünf Nutzertypen mittelst statistischer Verfahren unterschieden werden: Digitale E-Government Pragmatiker (24 Prozent), Mobile E-Government-Pragmatiker (17 Prozent), Prädigitale E-Government Desinteressierte (18 Prozent), Digitale (E-)Government Skeptiker (14 Prozent) und Digitale E-Government Unkundige (27 Prozent). 

 

Definition

Die Benennung der Nutzertypen gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil (digital, mobil, prädigital) bezeichnet den Umfang, in dem die (mobile) Online-Nutzung den Lebensstil der Nutzergruppe prägt. Im zweiten Teil (E-Government-Pragmatiker, -Desinteressierte, …) wird die Haltung gegenüber E-Government beschrieben.

 

Digitale E-Government-Pragmatiker

Typ 1 - Digitale E-Government-Pragmatiker (24%)

Digitale E-Government-Pragmatiker sind von den Vorteilen der Online-Bürgerdienste überzeugt: 100 Prozent nutzen bereits E-Government-Angebote, über 60 Prozent haben schon die Online-Steuererklärung ELSTER genutzt.

Vorteile und Zufriedenheit mit den aktuellen Angeboten lassen sie auch pragmatisch über ihre Bedenken hinsichtlich Datenschutz oder Mängel bei der Durchgängigkeit der Angebote hinwegsehen. Sie haben Vertrauen in die technische Kompetenz der Verwaltung, das sich auch auf positiven Erfahrungen mit der Verwaltung gründet.

Digitale E-Government-Pragmatiker sind in der digitalen Welt angekommen, sie nutzen zu 92 Prozent gerne das Internet und haben Spaß daran, auch weil sie online viele ihrer privaten und beruflichen Aufgaben schneller erledigen können.

E-Government

  • 68% sind mit den Online-Angeboten zufrieden
  • 63% nutzen ELSTER
  • 53% suchen Adressen und Öffnungszeiten
  • 32% suchen allgemeine Informationen auf Behördenseiten

Einstellungen & Bedenken

  • 45% haben bisher gute Erfahrungen mit Behörden gemacht

  • 65% rechnen mit mangelnder Sorgfalt im Umgang mit den Daten

Mobile Government

  • 10% nutzen bereits Mobile Government

  • 35% planen die Nutzung der Angebote

Online-Medien

  • 92% nutzen gerne das Internet
  • 91% geben an dabei Spaß zu haben
  • 84% erledigen Arbeiten schneller

Soziodemografika

  • 59% sind männlich
  • jeder Zweite ist 45 Jahre und älter
  • die Nutzer verfügen über mittlere bis hohe Bildung

Mobile E-Government-Pragmatiker

Typ 2 - Mobile E-Government-Pragmatiker (17%)

Mobile E-Government-Pragmatiker sind ebenfalls sehr zufrieden mit dem Online-Angebot der Verwaltung. Daher nutzen bereits 85 Prozent E-Government, und 60 Prozent nutzen die elektronische Steuererklärung ELSTER.

Sie stellen eine überaus Online-affine  und –erfahrene Gruppe dar: 91 Prozent nutzen das Internet mehrmals täglich, 97 Prozent haben Spaß an der Internetnutzung. Entsprechend sind den Mobilen E-Government-Pragmatikern Risiken im Bereich Datensicherheit und Datenschutz (37 Prozent) bewusst, auch sehen sie im Vergleich mit anderen Online-Angeboten durchaus Nachholbedarf bei Durchgängigkeit (40 Prozent) und Nutzerführung (37 Prozent).

Doch auch bei ihnen überwiegen Vorteile der Online-Angebote und gute Erfahrungen mit der Verwaltung diese Bedenken. Als einzige Gruppe nutzen sie bereits heute schon zu 19 Prozent mobile Angebote der Verwaltung und weitere 38 Prozent planen eine Nutzung von Mobile Government in der Zukunft.

Jeder zweite lebt in einer Großstadt mit 100.000 und mehr Einwohnern.

E-Government

  • 94% haben Kenntnisse von Öffnungszeiten und Adressen
  • 89% kennen Zuständigkeiten

  • 83% ist ELSTER ein Begriff

  • 90% würden Ausweispapiere online beantragen

  • 73% würden An- und Ummeldungen online vornehmen

Einstellungen & Bedenken

  • 69% bezweifeln Sorgfalt im Umgang mit Daten seites der Behörde

  • 71% sehen Sicherheitsmängel bei der Datenübertragung

Mobile Government

  • 83% verfügen über ein Notebook

  • 56% besitzen ein Smartphone

  • 13% verwenden ein Tablet

  • 19% nutzen Mobile Government

  • 38% planen die Nutzung von Angeboten

Online-Medien

  • 91% nutzen das Internet mehrmals täglich

Soziodemografika

  • jeder Zweite verfügt über hohe Bildung
  • jeder Zweite lebt in einer Großstadt (>100.000 Einwohner)

  • 15% verfügen über ein monatliches HH-Einkommen von <4.000€

Prädigitale E-Government-Desinteressierte

Typ 3 - Prädigitale E-Government-Desinteressierte (18%)

Prädigitale E-Government-Desinteressierte zeichnen sich durch eine deutlich unterdurchschnittliche E-Government-Nutzung aus: Nur 10 Prozent nutzen Online-Bürgerdienste und nur 4 Prozent nutzen Mobile Government.

Wesentlich für dieses Desinteresse scheint die geringe Nutzenerwartung dieser Gruppe zu sein, die vermuteten Vorteile von Online-Bürgerdiensten wie bspw. ELSTER liegen bei den Prädigitalen E-Government-Desinteressierten auf dem niedrigsten Niveau. Darüber herrscht unter ihnen auch vergleichsweise geringes Zutrauen in die Verwaltung bzw. deren technische Kompetenz als Anbieter von E-Government.

Im Gegensatz zu den Digitalen Nutzergruppen zeigen die Prädigitalen E-Government-Desinteressierten auch weniger Bezug zum Internet als Medium. Nur 37 Prozent geben an, gerne im Internet zu surfen und nur ein Fünftel fühlt sich im Internet sicher.

Jeder Zweite in dieser Gruppe lebt in einem Ort mit weniger als 50.000 Einwohnern.

E-Government

  • 10% sind E-Government-Nutzer

  • 45% sind zufrieden mit den Angeboten

  • 25% kennen keine E-Government-Angebote

  • 44% würden Ausweispapiere online beantragen

  • 37% würden Kfz-Meldungen online durchführen

  • 35% nehmen undurchschaubare Strukturen wahr

  • 34% bemängeln die Datensicherheit sowie unzureichende Hilfestellung

Einstellungen & Bedenken

  • 19% sind von einem sicheren und verantwortungsbewusstem Umgang der Verwaltung mit IT überzeugt

Mobile Government

  • 29% besitzen ein Smartphone
  • 4% nutzen Mobile Government

  • 19% planen die Nutzung von Angeboten

Online-Medien

  • 20% fühlen sich im Internet sicher

  • Ein Drittel ist wegen der persönlichen Daten besorgt 

Soziodemografika

  • Mehrheit mit mittlerer Bildung
  • Höchstes Niveau an niedrigen Bildungsabschlüssen

  • 55% wohnen in einem Ort mit weniger als 50.000 Einwohnern

Digitale (E-)Government-Skeptiker

Typ 4 - Digitale (E-)Government-Skeptiker (14%)

Auch digitale (E-)Government-Skeptiker sind überdurchschnittlich zurückhaltend in ihrer Nutzung von E-Government. Nur 28 Prozent von ihnen nutzen heute schon Online-Bürgerdienste. 38 Prozent sagen von sich, dass sie zufrieden mit dem E-Government-Angebot ihrer Stadt oder Kommune sind, das ist der niedrigste Wert in allen Gruppen.

Die Skepsis dieser Gruppe bezieht sich nicht nur auf das Online-Angebot der Verwaltung, auch der mobile Zugriff auf Bürgerdienste wird mehrheitlich als eher unwichtig betrachtet. Dementsprechend sind die Nutzung und auch die Nutzungsplanung mit 2 Prozent bzw. 9 Prozent in dieser Gruppe deutlich unterdurchschnittlich.

Ein Grund dafür könnte sein, dass sich jeder Zweite in dieser Gruppe nach eigenen Angaben unwohl beim Austausch mit der Verwaltung fühlt und die technische Kompetenz der Verwaltung als E-Government-Anbieter als sehr gering eingeschätzt wird.

Gleichzeitig sind die Digitalen (E-)Government-Skeptiker in der digitalen Welt grundsätzlich angekommen, sie nutzen zu knapp 90 Prozent gerne das Internet und haben Spaß daran (84 Prozent).

E-Government

  • 28% sind E-Government-Nutzer

  • 26% haben noch keine der Angebote genutzt

  • 48% sehen mangelnde Durchgängigkeit

  • 46% bemängeln Datensicherheit

  • 45% nehmen undurchschaubare Strukturen wahr

Einstellungen & Bedenken

  • 50% fühlen sich unwohl beim Austausch von Daten mit Behörden

  • Technisches Know-How in der Verwaltung wird auf sehr niedriges Niveau geschätzt

Mobile Government

  • 56% bewerten mobile Geräte als unwichtig für E-Government

Online-Medien

  • 89% nutzen das Internet gerne

  • 84% haben Spaß am Internet

  • 64% sind besorgt wegen persönlicher Daten im Netz

  • 65% ziehen ein persönliches Gespräch einem Instant Messaging Dienst vor

Soziodemografika

  • 42% verfügen über ein HH-Einkommen von >2.250€ monatlich

Digitale E-Government-Unkundige

Typ 4 -Digitale E-Government-Unkundige (27%)

Digitale E-Government-Unkundige haben bereits zu 75 Prozent Erfahrung mit E-Government-Angeboten gesammelt, sind sich dessen allerdings nicht bewusst, da sie mit den Begrifflichkeiten offenbar nicht vertraut sind. Dennoch sind sie am Online-Angebot der Verwaltung interessiert und wollen dies zukünftig nutzen.

Wichtigste Hindernisse für eine (intensivere) Nutzung waren bislang die mangelnde Durchgängigkeit von Angeboten (59 Prozent) und die unzureichende Hilfestellung (55 Prozent). Nicht nur der PC als Endgerät, auch mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets werden von 60 Prozent dieser Gruppe als zunehmend wichtig für E-Government angesehen. 21 Prozent planen eine Nutzung von mobilen Angeboten der Verwaltung.

Digitale E-Government Unkundige nutzen zu nahe 100 Prozent gerne das Internet und machen zu 79 Prozent dabei mehr gute als schlechte Erfahrungen.

E-Government

  • 0% sind sich über E-Government-Nutzung im Klaren

  • 75% haben bereits Angebote genutzt

  • 52% fragen Informationen zu Adressen und Öffnungszeiten nach

  • 25% interessieren sich für Zuständigkeiten

  • 22% interessieren sich für allgemene Informationen zu Online-Angeboten

  • 71% würden Ausweispapiere online beantragen

  • 61% würden KFz-Meldungen online vornehmen

Einstellungen & Bedenken

  • Allgmein positive Einstellung zu Verwaltung und Behörden

  • Nur jeder Dritte vom technischen Know-How der Verwaltung überzeugt

Mobile Government

  • 60% messen mobilen Geräten eine Bedeutung für E-Government bei

Online-Medien

  • 98% nutzen das Internet gerne

  • 77% sind mehrmals täglich online

Soziodemografika

  • Überwiegend weiblich

  • Mehrheitlich mittlere Bildung

 

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