E-Government Schweiz ist die Organisation von Bund, Kantonen und Gemeinden für die Ausbreitung elektronischer Behördenleistungen. Sie steuert, plant und koordiniert die gemeinsamen E-Government-Aktivitäten der drei Staatsebenen auf Basis einer gemeinsamen Strategie und einer öffentlich-rechtlichen Rahmenvereinbarung. Ihr Umsetzungsinstrument ist der Schwerpunktplan.

Ein Steuerungsausschuss aus politischen Vertreterinnen und Vertreter aller Staatsebenen ist verantwortlich für die Strategieumsetzung. Er nimmt die strategische Steuerung wahr. Ein Planungsausschuss, zusammengesetzt aus E-Government-Fachleuten von Bund, Kantonen und Gemeinden, plant und kontrolliert die Umsetzung der Strategie. Die Geschäftsstelle E-Government Schweiz ist Stabstelle des Steuerungs- und des Planungsausschusses sowie zuständig für die Koordination und Kommunikation bei der Umsetzung der E-Government-Strategie. Sie ist für die Kommunikation und das Monitoring der Organisation E-Government Schweiz zuständig. Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes führt die Geschäftsstelle administrativ. Bund und Kantone finanzieren die Geschäftsstelle paritätisch.

Gute Vorzeichen für eine weitere Steigerung der E-Government-Nutzung

Die Bereitschaft, Informationen der Behörden online zu beziehen und Geschäfte mit der Verwaltung elektronisch abzuwickeln, steigt, die tatsächliche Nutzung der bestehenden E-Government-Dienste verzeichnet aber nur geringe Zunahme. Die Barrieren für die Nutzung können abgebaut werden, die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer bleibt demgegenüber konstant oder nimmt sogar leicht ab. Dies sind Befunde des diesjährigen eGovernment-Monitors, die Fragen aufwerfen. Warum geben die Befragten an, eine vermehrte Nutzung von Online-Diensten zu planen, setzen dies aber nicht um? Und warum verbessert der offensichtlich verbesserte Zugang zu E-Government-Angeboten nicht die Zufriedenheit mit diesen Diensten? Diese Fragen lassen sich nicht abschliessend beantworten. Die Resultate des diesjährigen Monitors lassen aber längerfristig eine positive Entwicklung erwarten: das Vertrauen in die Behörden wächst, die Bedenken bezüglich Datenschutz nehmen ab und Hürden für die Nutzung von Online-Diensten werden abgebaut. Nun gilt es, das E-Government-Angebot mit den höchsten Ansprüchen an Qualität, Datensicherheit und Dienstleistungsorientierung weiter auszubauen. So werden wir die heutigen positiven Anzeichen in einigen Jahren auch an den Nutzungs- und Zufriedenheitsquoten ablesen können.

eGovernment MONITOR 2016 S. 28


Cédric Roy

Leiter der Geschäftsstelle E-Government Schweiz a. i., Informatiksteuerungsorgan des Bundes